Von 3 Söhnen und 17 Kamelen

Perspektivwechsel
Perspektivwechsel

Einfach mal über den Tellerrand schauen.

Wie gehst du um mit schwierigen Verhandlungen oder festgefahrenen Konflikten? Welche Lösungsstrategien verfolgst du? Wie kann es gelingen, Einigkeit zu erzielen? Meiner Erfahrung nach hilft oft ein Perspektivwechsel, um zu einer unverhofften Lösung zu kommen – mit der am Ende alle Parteien glücklich sind.

Wer diesen Blog schon ein Weilchen verfolgt, weiß, wie gerne ich Geschichten heranziehe, um bestimmte Denkweisen oder Methoden zu veranschaulichen.  William Ury, Bestseller-Autor von „Das Harvard-Prinzip“, hat mich einst mitgenommen auf eine Erzähl-Reise in den Mittleren Osten.

Die Geschichte von den drei Söhnen und 17 Kamelen

Ein Mann hatte drei Söhne, denen er 17 Kamele vererbte.
Dem ersten Sohn hinterließ er die Hälfte der Kamele.
Dem zweiten Sohn hinterließ er ein Drittel der Kamele.
Dem jüngsten Sohn hinterließ er ein Neuntel der Kamele. 

Hast Du mitgerechnet?
Nun: Die drei Söhne begannen zu verhandeln.
17 lässt sich nicht durch zwei teilen.
Es lässt sich nicht durch drei teilen.
Es lässt sich nicht durch neun teilen.
Die Bruderliebe wurde auf eine harte Probe gestellt. 

Schließlich, aus Verzweiflung, gingen sie und konsultierten eine weise alte Frau.
Die weise alte Frau dachte lange über das Problem der drei Söhne nach. Schließlich kam sie zurück und sagte: „Nun, ich weiß nicht, wie ich euch helfen kann. Aber wenn ihr wollt, könnt ihr mein Kamel dazu haben.“ So kam es, dass sie 18 Kamele hatten.
Der erste Sohn nahm seine Hälfte: die Hälfte von 18 ist neun.
Der zweite Sohn nahm sein Drittel: ein Drittel von 18 ist sechs.
Der jüngste Sohn nahm sein Neuntel: ein Neuntel von 18 ist zwei.
Zusammen ergibt das 17.

Nun hatten sie ein Kamel über. Sie gaben es der alten weisen Frau zurück.

[Quelle: https://www.ted.com/talks/william_ury?language=de]

Perspektivwechsel zur Konfliktlösung

Erinnert dich diese Geschichte an etwas? Vielleicht fallen dir dabei scheinbar ausweglose Konflikte oder schwierige Verhandlungen ein, in die du selbst schon verstrickt warst.

Oft beginnt ein Konflikt wie die Geschichte: 17 Kamele und keine Lösung in Sicht. Treten wir aber einen Schritt zurück wie die weise alte Frau, können wir durch den Perspektivwechsel die Situation ganz neu betrachten – um dann überraschend ein 18. Kamel aus dem Hut zu zaubern. Tataaa!

Mein Fazit: Beim Umgang mit Konflikten oder für schwierige Verhandlungen ist es enorm hilfreich, über den Tellerrand zu schauen. Denn letztlich geht es darum, das 18. Kamel zu finden: die unerwartete Lösung, ein salomonisches Urteil, die zündende Idee, durch die sich eine Streit-Situation urplötzlich in neuem Licht präsentiert.

Was sind deine Strategien im Umgang mit Streit und Konflikten? Hast du schon mal eine Erfahrung mit dem „18. Kamel“ gemacht? Ich freue mich sehr, wenn du deine Gedanken dazu hier teilst. Nutze gerne die Kommentarfunktion oder schreib mir eine E-Mail an mail@angelamende.de


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2 Kommentare

  1. MM 23. Januar 2020
    Antworten

    Vielen Dank… das bestärkt mich wiedert eine „alte“ Methode anzuwenden: einfach mal den ganzen Sachverhalt, der so ausweglos erscheint bei Seite zu schieben und mit den Verhandlungspartnern über die jeweiligen Interessen jenseits des Sachverhalts zu reden; dann treten gerne andere Perspektiven zu Tage, die zu Lösungen jenseits des Festgefahrenen führen können.
    lbgrmm

    • Angela Mende 29. Januar 2020

      Das freut mich sehr, dass die Geschichte Dich bestärkt, Dich mal wieder in Richtung Jenseits des Sachverhalts zu bewegen. Ein guter Impuls!

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